Progressive Muskelentspannung
nach Edmund Jacobson

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Dr. Cornelia Löhmer

Telefon: 0641 - 49 36 05
Telefax: 0641 - 49 36 95

Helgenstockstr. 15a
35394 Gießen

loehmer@giessener-forum.de

Qualitätskriterien

Qualitätskriterien für die PME-Kursleiterausbildungen

Inhalt

  1. Warum Progressive Muskelentspannung?
  2. Kursleiterausbildungen in Progressiver Muskelentspannung
  3. Ausbildungsinhalte der Kursleiterqualifizierung: PME für die Arbeit mit Erwachsenen
  4. Ausbildungsinhalte der Kursleiterqualifizierung: PME für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  5. Aktuelle Buchveröffentlichungen zu den Ausbildungen
  6. Qualitätsstandards des Giessener Forums für die Ausbilderqualifizierung in Progressiver Muskelentspannung (PME)

1. Warum Progressive Muskelentspannung?

“Lernen Sie, sich bewusst zu entspannen, dann können Sie mit den alltäglichen Schwierigkeiten und Erkrankungen der modernen Zeit besser umgehen!” Dies riet der amerikanische Arzt und Wissenschaftler Edmund Jacobson (1885-1976) bereits vor 75 Jahren seinen Patienten. Seit 1987 hat die Progressive Muskelentspannung in Deutschland die Kassenzulassung und ist zum Bestandteil psychosomatischer Grundversorgung in allen Krankenkassen geworden. Heute ist die von Edmund Jacobson entwickelte Progressive Muskelentspannung (PME) die am häufigsten eingesetzte wissenschaftlich anerkannte Entspannungsmethode.

Gerade für beruflich stark engagierte Menschen, für die es darauf ankommt, in Stresssituationen aufkommende Erregung und Anspannung möglichst schnell wieder zu beseitigen, ist die Progressive Muskelentspannung häufig die unkomplizierteste und am schnellsten zu erlernende Form einer effektiven Schnellentspannung. (Prof. Dr. Klaus Linneweh)

2. Kursleiterausbildungen in Progressiver Muskelentspannung

Seit 1998 bilden wir Kursleitende in Progressiver Muskelentspannung nach den Kriterien des Giessener Forums aus. Sie leiten das Entspannungsverfahren im Gruppen- und Einzelunterricht an sind u. a. in Firmen, Vereinen, Schulen, Fachhochschulen, Volkshochschulen, Kliniken, Reha-Einrichtungen, Universitäten, Behörden, Gesundheitszentren und in eigener Praxis tätig.

Beide Ausbildungen sind von den Krankenkassen als hinreichende Zusatzqualifikation im Bereich Gesundheitsförderung durch PME anerkannt und berechtigen bei entsprechenden beruflichen Voraussetzungen zur Durchführung von Kursen im Rahmen der Primärprävention (§ 20 SGB V). Die Krankenkassen erstatten dann erwachsenen Kursteilnehmenden bis zu 80 % der Kursgebühr, bei Kindern und Jugendlichen bis zu 100 % der Kursgebühr.

Für die Teilnahme an den fünftägigen Ausbildungen kann Bildungsurlaub beantragt werden. Beide Ausbildungen werden mit 16 Unterrichtseinheiten als Fortbildung für Übungsleiter/innen anerkannt.

Die Ausbildungen sind nach dem Hessischen Lehrerbildungsgesetz mit 30 Leistungspunkten als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt.

Spezielle Vorerfahrungen sind nicht erforderlich, wohl aber Lust und Neugierde auf einen schöpferischen Prozess des Erforschens und Entdeckens.

3. Ausbildungsinhalte der Kursleiterqualifizierung: PME für die Arbeit mit Erwachsenen

Die Ausbildung umfasst nach den Ausbildungsrichtlinien des Giessener Forums mindestens 40 Unterrichtsstunden, mindestens 10 Stunden selbstorganisiertes Lernen in Einzel- und Peergruppenarbeit, umfangreiches Literaturstudium und die Inanspruchnahme von Supervision durch Cornelia Löhmer.

Zu den Ausbildungsinhalten gehören:

  • Erleben der Progressiven Muskelentspannung (PME) nach Edmund Jacobson (in der Langform, in den Kurzformen sowie in den verschiedenen Körperhaltungen im Liegen, Sitzen und Stehen)
  • Geschichtliche Hintergründe des Verfahrens
  • Vergleich zu anderen Entspannungsverfahren
  • Vorteile, Wirkungsweise und Grenzen der PME
  • Methodische Grundlagen der PME
  • Dreimaliges selbstständiges Anleiten der PME
  • Intensive Auswertung der eigenen Anleitung mit mündlichem und schriftlichem Feedback
  • Mindestens drei Supervisionseinheiten
  • Transfer der PME in den Alltag
  • Phänomen Stress, Stressursachen und Stresskompetenz
  • Pädagogischer Grundhaltungen (Selbstverantwortung, Wertschätzung, Achtsamkeit)
  • Vorbereitung und Durchführung eines PME-Kurses
  • Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Methoden der Gesundheitsförderung (Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung)
  • Integration anderer Methoden (Phantasiereisen, Körper- und Atemübungen)
  • Umgang mit krisenhaften Ereignissen im Kursverlauf
  • Organisatorische Fragen rund um das Kursgeschehen
  • Einsatz der PME in den beruflichen Alltag

Die Ausbildung zum/zur Kursleiter/in in Progressiver Muskelentspannung schließt mit einem Zertifikat ab und befähigt, selbstständig Erwachsene in Gruppen oder im Einzelunterricht anzuleiten.

Die Ausbildung zum Kursleitenden in Progressiver Muskelentspannung für Erwachsene findet in Hessen im Odenwald-Institut (Wald-Michelbach) und im Bildungswerk des Landessportbundes Hessen e.V. (Frankfurt) statt. Beide Institute sind durch die Weiterbildung Hessen e.V. mit dem Siegel „Geprüfte Weiterbildungseinrichtung“ ausgezeichnet.

4. Ausbildungsinhalte der Kursleiterqualifizierung: PME für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die Ausbildung umfasst nach den Ausbildungsrichtlinien des Giessener Forums mindestens 40 Unterrichtsstunden, mindestens 10 Stunden selbstorganisiertes Lernen in Einzel- und Peergruppenarbeit, umfangreiches Literaturstudium und die Inanspruchnahme von Supervision durch Cornelia Löhmer.

Hinzu kommt zwischen dem 1. und dem 2. Kursabschnitt die Ausarbeitung, Durchführung und Dokumentation einer Muskelentspannungseinheit mit Kindern oder Jugendlichen.

Zu den Ausbildungsinhalten gehören:

  • Erleben der PME nach Edmund Jacobson in der Langform, in Modifikationen für verschiedene Altersstufen sowie im Einzel- und Gruppenunterricht
  • Geschichtliche Hintergründe und Vergleich zu anderen Entspannungsmethoden
  • Vorteile, Wirkungsweise und Grenzen der PME
  • Methodische Grundlagen der PME
  • Die Bedeutung von Lebensphasen und Übergängen
  • Modifikationen der PME für Kinder in verschiedenen Altersstufen
  • Pädagogischer Grundhaltungen (Selbstverantwortung, Wertschätzung, Achtsamkeit)
  • Aufbau von PME-Entspannungssequenzen für unterschiedliche Altersstufen
  • Integration anderer Methoden (Geschichten, Phantasiereisen, Körperwahrnehmungen)
  • Ausarbeitung, Durchführung und Dokumentation einer PME-Einheit mit Kindern oder Jugendlichen
  • Präsentation der erarbeiteten PME-Einheit mit eigener Anleitung unter Supervision
  • Intensive Auswertung der eigenen Anleitung mit mündlichem und schriftlichem Feedback
  • Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrenden und Erziehenden
  • Zum Phänomen der „hyperaktiven Kinder“
  • Vorbereitung und Gestaltung eines PME-Kurses für Kinder und Jugendliche
  • Umgang mit schwierigen Ereignissen im Kursverlauf
  • Integration der PME in den beruflichen Alltag mit Kindern und Jugendlichen

Die Ausbildung zum/zur Kursleiter/in in Progressiver Muskelentspannung für Kinder und Jugendliche schließt mit einem Zertifikat ab und befähigt, selbstständig Kinder und Jugendliche in Gruppen oder im Einzelunterricht anzuleiten.

Die Ausbildung zum Kursleitenden in Progressiver Muskelentspannung für Erwachsene findet in Hessen im Odenwald-Institut (Wald-Michelbach) und im Bildungswerk des Landessportbundes Hessen e.V. (Frankfurt) statt. Beide Institute sind durch die Weiterbildung Hessen e.V. mit dem Siegel „Geprüfte Weiterbildungseinrichtung“ ausgezeichnet.

5. Aktuelle Buchveröffentlichungen zur Ausbildung

Cornelia Löhmer / Rüdiger Standhardt
Die Kunst, im Alltag zu entspannen
Einübung in die Progressive Muskelentspannung
133 Seiten, mit Hör-CD, Stuttgart: Klett-Cotta 2006, 3., durchgesehene Auflage 2010
ISBN-13:978-3-608-94429-7, 18,90 EUR

„Das Buch der beiden Entspannungs-Lehrer Dr. Cornelia Löhmer und Rüdiger Standhardt ist hübsch aufgemacht, fasst sich angenehm an und entfaltet seine inneren Werte sehr schnell: Frisch geschriebene Texte und eine exzellente Musik, die extra für dieses Buch komponiert wurde. Es fällt leicht, mit der progressiven Muskelentspannung zu beginnen und vor allem, dabei zu bleiben. Viele Menschen haben schon die Methode nach Jacobson kennengelernt, ein regelmäßiges Üben scheitert oft an fehlenden Impulsen im Alltag. Hier hilft das Buch und vor allem die CD über die Hürden.

Das Buch mit Hör-CD. Die Ausbildung zum/zur Kursleiter/in in Progressiver Muskelentspannung (PME für Kinder und Jugendliche schließt mit einem Zertifikat ab und befähigt, selbstständig Kinder und Jugendliche in Gruppen oder im Einzelunterricht anzuleiten.“ (Andreas Moser: Rezension bei www.amazon.de)

Cornelia Löhmer / Rüdiger Standhardt
TZI – Die Kunst, sich selbst und eine Gruppe zu leiten
Einführung in die Themenzentrierte Interaktion
160 Seiten, Stuttgart: Klett-Cotta 2006, 3., aktualisierte Auflage 2010
ISBN 3-608-94426-5, 16,95 EUR

„Das Buch hält, was der Titel verspricht. Die Lesenden erfahren alles über die „TZI – Die Kunst, sich selbst und eine Gruppe zu leiten“. Fundiert und kurzweilig informiert das Autorenpaar über das pädagogische Gruppenmodell, das seit über 40 Jahren eines der erfolgreichsten Gruppenverfahren im Bereich der Humanistischen Psychologie und Pädagogik ist. Ein Kapitel über die Begründerin der TZI Ruth C. Cohn, sie wird dieses Jahr 94 Jahre alt, verdeutlicht eindrücklich die enge Verzahnung von Lebensgeschichte und Lebenswerk. Aufschlussreiche Zitate von Ruth C. Cohn sind im gesamten Buch eingestreut und lassen immer wieder eine Frau zu Wort kommen, die wichtige Maßstäbe in der pädagogischen Gruppenarbeit gesetzt hat.
Unter der Überschrift „Die Menschen stärken, die Sachen klären“ sind die Grundlagen der Themenzentrierten Interaktion beschrieben. Dazu gehört neben dem anthropologischen, ethischen und pragmatischen Fundament die Darstellung der Methodik. Besonders erwähnenswert ist der ausführliche Beitrag zum Umgang mit dem Schatten in der Gruppenarbeit, eine Thematik, die üblicherweise wenig Beachtung findet. Auch die Ausführungen zum gesellschaftspolitischen Anliegen der TZI sind begrüßenswert, ist doch die Themenzentrierte Interaktion die einzige Methode, die von Anfang an ein klares gesellschaftspolitisches Anliegen hat.
Das Buch endet mit einer kritischen Würdigung der TZI, weiterführenden Hinweisen zu Aspekten der Themenzentrierten Interaktion vertiefenden Literaturhinweisen und Literaturempfehlungen. Gerade diese Ausführungen und Zusammenstellungen machen das Buch zu einer wahren Fundgrube sowohl für Neulinge als auch für Eingeweihte.
Die Rahmengeschichte sollte noch erwähnt werden, denn die über das Buch verteilten drei Kapitel einer unterhaltsamen und gleichzeitig informativen Geschichte runden das Buch ab und machen es zu einem „ganzheitlichen“ Werk, das für alle Menschen interessant ist, die Gruppen leiten oder sich in Gruppen engagieren.“ ( Dominik Boes: Rezension bei www.amazon.de)

6. Qualitätsstandards des Giessener Forums für die Ausbilderqualifizierung in Progressiver Muskelentspannung (PME)

Das Giessener Forum steht für höchste Qualität – unsere Ausbilderqualifizierungsstandards sind seit 1990 unübertroffen. Allein im Bereich der Progressiven Muskelentspannung (PME) haben wir seit 1998 über 1.000 PME-Kursleitende ausgebildet, davon über 100 Menschen aus der öffentlichen Verwaltung, die PME im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz anbieten.
In den letzten Jahren beobachten wir auf dem Aus- und Weiterbildungsmarkt zwei bemerkenswerte Tendenzen:

  1. Psychologen und Ärzte versuchen den Eindruck zu vermitteln, als könnten nur Menschen mit Approbation in Psychotherapie, Zahnmedizin bzw. Medizin sowie Psychologen mit Universitätsabschluss lernen, die Progressive Muskelentspannung anzuleiten. Dies widerspricht dem Grundverständnis von Edmund Jacobson. Die Progressive Muskelentspannung ist eine pädagogische Basisqualifikation und kann daher auch von Menschen anderer Berufsgruppen angeleitet werden, wenn diese eine fundierte Weiterbildung erfolgreich durchlaufen haben.
  2. Zunehmend fühlen sich Aus- und Weiterbildungseinrichtungen dazu berufen, in ihr Portfolio PME-Kursleiterqualifizierungen aufzunehmen, ohne selbst über hinreichende PME-Ausbilderqualifizierungen zu verfügen. Immer wieder kommen in unsere Kurse Menschen, die bereits ein PME-Kursleitungszertifikat erworben haben, sich jedoch nicht in der Lage sehen, PME ohne Hilfsmittel im direkten Kontakt mit Gruppen oder Einzelpersonen anzuleiten. Ihnen wurde die PME als „Technik“ vermittelt. Auch dies widerspricht dem Grundverständnis von Edmund Jacobson, der die Progressive Muskelentspannung als „Lebensstil“ beschreibt, der nur in einem entsprechenden didaktisch aufbereiteten Selbsterfahrungskontext erlebt und eingeübt werden kann.

Unserer Ausbildungstätigkeit zur Kursleitung in Progressiver Muskelentspannung (PME) im Giessener Forum liegen seit 1998 nachfolgende Ausbilderqualifizierungskriterien zugrunde:

Ausbilderqualifizierungskriterien für Progressive Muskelentspannung (PME)

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium (z.B. Medizin, Psychologie, Pädagogik)
  • Mehrjährige Ausbildung in einem fundierten pädagogischen Gruppenleitungsverfahren mit qualifiziertem Abschluss (z.B. Themenzentrierte Interaktion, Gestaltpädagogik, Supervision)
  • Langjährige Selbsterfahrung (z.B. Psychotherapie, psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung)
  • Mindestens drei qualifizierte Ausbildungen in Progressiver Muskelentspannung (PME) bei unterschiedlichen Anbietern
  • Mindestens fünfjährige kontinuierliche eigene Kursleitungserfahrung in PME in unterschiedlichen Arbeitsfeldern (VHS, Krankenkassen, Selbsthilfearbeit, Unternehmen, freie Träger)
  • Kursleitungserfahrung in PME in unterschiedlichen Strukturen (Einzelunterricht, Kurse, Workshop, Fortbildung, Vorträge, laufendes Training)
  • Kontinuierliche Supervision der eigenen Kursleitung in PME
  • Umfangreiches Studium der Primär- und Sekundärliteratur zur Progressiven Muskelentspannung
  • Wissenschaftliche Forschung und Publikationen auf dem Gebiet der Gesundheitsprävention, Schwerpunkt: Progressive Muskelentspannung
  • Entwicklung eines inhaltlich-didaktischen Ausbildungskonzeptes für PME
  • Entwicklung eines Handbuches für die Teilnehmenden des Ausbildungskurses in PME
  • Mindestens drei Kursablaufs-Dokumentationen eigener PME-Kurse mit ausführlicher Selbstreflexion
  • Überprüfung der eigenen PME-Ausbildungsarbeit nach den üblichen Qualitätsstandards von Bildungseinrichtungen (z.B. ISO 9001:2000)